Interview mit Mag. Günter Thumser, Präsident Henkel CEE

Wir freuen uns schon sehr, Herrn Mag. Günter Thumser am 31. Mai 2017 in der WKO zu Begrüßen. Herr Mag. Günter Thumser ist Präsident der Henkel Central Eastern Europe, er ist zuständig für Laundry & Home Care und trägt die Verantwortung für 32 Länder in Osteuropa.

Günter Thumser

Mag. Günter Thumser, Präsident der Henkel CEE

Nennen Sie 3 Punkte wie Sie in Ihrem Unternehmen das Thema Innovation umsetzen?

Erstens: Wir agieren möglichst nah an den Konsumenten- bzw. Kundenbedürfnissen. Dazu führen wir umfangreiche Studien durch, machen Haushaltsbesuche, beobachten Trends.

Zweitens: Wir stehen in intensiver Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten, um neueste technologische Entwicklungen zu erarbeiten, diese fortzuführen, zu adaptieren, sie letztlich zu implementieren.

Drittens: Dem Konzept der „Open Innovation“ folgend, setzen wir auf Kooperationen mit Universitäten, Forschungsinstituten und – neu – global auch auf ein proaktives Screening von Start Ups, das wir kürzlich mit einem Venture Capital Fonds von bis zu 150 Mio. Euro verknüpft haben.

Inwiefern beeinflusst die Konkurrenz die Innovationsgeschwindigkeit in Ihrem Unternehmen?

Durchaus positiv im Sinne des sportlichen Wettbewerbs, also, wer ist näher dran an den künftig relevanten Konsumentenbedürfnissen, wer erreicht ein Mehr an Nutzen oder Leistung bei weniger Ressourcen-Einsatz und durch eine Reduktion des ökologischen Fußabdrucks.

Welche Entscheidung in Ihrer Karriere brachte Sie am weitesten voran und warum?

Das war ganz klar meine Entscheidung, 1991, statt in Österreich Produktgruppenleiter zu werden, ins damals noch sehr unbekannte Osteuropa, in die Tschechoslowakei, als Pionier-Geschäftsführers eines noch nicht gegründeten Joint Ventures zu gehen.

Wie erkennen Sie Innovationspotential?

Für mich ist das oft am Ausmaß des “Out of the box”-Denkens ersichtlich, wenn also für eine Problemlösung ein völlig neuer Ansatz gewählt wird, in Folge dann unterstützt durch umfangreiche, begleitende Studien.

In welchem Bereich Ihrer beruflichen Tätigkeiten entsteht ein Nervenkitzel?

Das ist zum Beispiel bei Mergers & Acquisitions der Fall, auch bei oft jähen Abwertungsschüben einzelner Währungen oder aber bei hohen Vertriebszielen in rückläufigen Märkten.

Vielen Dank für das Interview!