Interview mit René Kachlir (Inhaber Zum scharfen René)

Screen Shot 2017-03-09 at 10.28.25Inhaber des Würstelstandes Zum scharfen René)

Wieso ist Mentoring so wichtig?

Speziell in meinem Fall sieht man, das persönliche Erfahrung unbezahlbar ist. Nach meiner Lehre im Hotel Bristol, der ersten Saison im Ausland, der erste Oberkellner posten und anschließend die Leitung der F&B Abteilung in einem großen Hotel, hab ich mir bei meiner bisherigen 13 jährigen Selbständigkeit sehr die Hörner abgestoßen. Man wächst mit jedem Fehler, mit jeder Herausforderung, aber genau dieser Vorsprung den ich gegenüber meinen Mitstreitern in der Gastronomie machen durfte, haben die Mentoren in ihren Bereichen gemacht. Und genau diese unterschiedlichen Sichtachsen zu einem ganzen kombinieren ist das besondere an diesen Programm. Denn ich sehe auch in der Start Up Scene Parallelen, in der ich schon seit fast 10 Jahren aktiv dabei bin. Wenn man gewisse Problemstellungen als nicht Branchenkenner angeht, die besten Ergebnisse und Business Cases erzielen kann. Darum bin ich auch davon überzeugt, dass jeder Mentor dir etwas neues aus seiner Branche beibringen kann und dir gewisse Erfahrungen erspart die manche Monate zurückschmeißen würde.

Wie waren deine Erfahrungen mit Dr. Manfred Reichl als Mentor?

Ich durfte Hr. Dr. Reichl das erste mal im Café Schwarzenberg, unweit von meinem Würstelstand (der gleichzeitig meine Ideenschmiede ist) kennenlernen. Unser erstes treffen dauerte mehr als eine Stunde. Wir sprachen über mein Konzept „Zum scharfen René“ und wie ich es gemeinsam mit meinen Bruder von einem normalen Würstelstand zur Marke, ja fast schon zur Wiener Institution aufgebaut habe. Auch über meine Start UP Projekte Akuber und VCPin, es war ein offenes, auf Augenhöhe konstruktives Gespräch, dass mir wie oben erwähnt einige neuen Sichtachsen geöffnet hat.

Welche Erfahrungen durftest du  als Mentee schon machen?

Einige Monate später fragte mich Hr. Dr. Reichl, ob ich als Coach bei MyBizz mitmachen wollte. Ich war gleich Feuer und Flamme und freute mich auf die Herausforderung. Beim zweiten MyBizz wurde ich sogar in die Jury bestellt. Mein Tipp, nutze jede Gelegenheit die ihr Bekommen könnt, stellt euch jeder (wirklich jeder) Herausforderung. Sogar wenn es schief geht sollte könnt ihr noch was dabei lernen.

Wie hat das Mentoring deine Karriere im positiven Sinne beeinflusst?

Bei MyBizz wo ich wie gesagt als Coach tätig sein Durfte, bekam ich 4 Teams á 5 Teilnehmer, die ein von mir vorgeschlagenes Konzept (einen Spanferkel-Kebap, zum In-Fastfood zu etablieren) entwickeln sollten. Es waren insgesamt 4 Tage anberaumt (innerhalb von 14 Tagen). Der erste Teil des Tages hörten wir uns Fachgespräche mit honorierten Start Up´s, Branchen Kennern und Provisionisten an über Geschäftsmodell, Marketing & Betrieb, Finanzierung und last but not least, Steuer & Rechtliches. Am Nachmittag aufbauend des Tagesthemen Schwerpunktes wurde mit den Team an dem Konzept gearbeitet. Das tolle daran war, dass sich in jeder Gruppe eine Eigendynamik entwickelt hat. Am Ende kam ein Zustellung Marketing Konzept, ein Food Truck bis hin zu einem globalen Franchise Unternehmen dabei raus. Einfach Toll!

Wie bekommt man als Mentee das meiste aus dem Mentoring heraus?

Bei der Mentoren Wahl sollte man sich seinen Lebenslauf genau anschauen. Was machen sie, welche Interessen könnten sie haben. Welche Aufgabengebiete haben sie in ihren Beruf. Was finden sie neben ihrer Profession interessant, einfach alles was man in Google und Co. Herausfinden kann. Danach muss sich jeder für sich selbst entscheiden. Versuch ich mein Glück bei einem Gebiet wo man persönlich parallelen schaffen kann und besser wird oder in einem neuem Gebiet, um komplett neues zu lernen und die neue Sichtachsen zu sehen die man vorher noch nicht hatte. Macht euch interessant, erzählt über euch (aber nicht zu ausschweifend, ihr müsst niemand überzeugen das ihr gut seid, ihr seid da um etwas zu lernen) und eure Visionen, warum ihr euch gerade für diesen Investor entschieden habt. Geht auf den Investor zu, mit Herz und Verstand, nicht nur mit dem Kopf. Seht es nicht als selbstverständlich an, dass dieser seine Freizeit opfert und sich mit euch trifft nur weil ihr ein Jahresabo abgeschlossen habt. Seid einfach dankbar und probiert eure Erfahrungen einzubringen um ein gegenseitiges Interesse zu wecken. Extrem wichtig, lasst Leute ausreden, das beste Gespräch ist jenes, dass nicht geplant ist. Sicher möchte man seine Fragen anbringen aber lasst locker und baut auf das Gespräch auf, schließlich ist Rom auch nicht an einem Tag erbaut worden.

Vielen Dank lieber René!